ActiveCampaign Serverstandort: USA-Server = DSGVO-Risiko?
ActiveCampaign hat keine Server in Deutschland. Die Server stehen in den USA. Für deutsche Unternehmen ist das ein Problem – nicht nur rechtlich, sondern auch praktisch.
Für Coaches: Deine Kunden vertrauen dir Daten an. USA-Server kann das Vertrauen kosten.
Für Handwerksbetriebe: DSGVO-Bußgelder treffen auch kleine Betriebe. Made in Germany ist sicherer.
Für E-Commerce: Bei Tausenden Kundendaten ist Serverstandort keine Kleinigkeit – es ist Risiko.
Für Agenturen: DSGVO-Haftung liegt beim Auftragsverarbeiter – also bei dir. Wähl weise.
Wo stehen die ActiveCampaign Server genau?
Kurze Antwort: In den USA. ActiveCampaign hat seinen Hauptsitz in Chicago und betreibt seine gesamte Infrastruktur primär in den Vereinigten Staaten.
Anders als manche US-Anbieter (z.B. Microsoft oder AWS), die inzwischen EU-Rechenzentren anbieten, speichert ActiveCampaign alle Daten in den USA. Es gibt keine Option, bei der Registrierung "EU-Server" auszuwählen. Punkt.
Was bedeutet das konkret für dich?
Jede E-Mail-Adresse, die du sammelst, wird in die USA übertragen. Jeder Klick, den deine Empfänger machen. Jede Öffnung. Jeder Kauf. Jedes Verhaltensmuster. Alles auf US-Servern.
Und das ist – Stand 2026 – ein Problem. Nicht weil die Server schlecht sind. Sondern weil die Rechtslage instabil ist.
Warum der Serverstandort ein echtes Risiko ist
Lena Lambrecht generierte 500.000€ Umsatz mit nur 3.700 Kontakten. Was wäre, wenn sie plötzlich alle diese Kontakte nicht mehr legal anschreiben dürfte? Genau dieses Risiko gehst du mit US-basierten Tools ein.
Das Privacy-Shield-Desaster (und warum es sich wiederholen kann)
2020 passierte etwas, das viele Marketer kalt erwischte. Der Europäische Gerichtshof kippte das "Privacy Shield" – das Abkommen, das Datenübertragungen in die USA legal machte. Über Nacht waren tausende Unternehmen in der Grauzone.
Aktuell gibt es ein neues Abkommen: das "EU-US Data Privacy Framework". Es funktioniert – vorerst. Aber Datenschützer wie Max Schrems (der den EuGH-Fall gewonnen hat) kündigen bereits neue Klagen an. (Mehr zum Thema: DSGVO im E-Mail-Marketing)
Die Frage ist nicht ob das Framework kippt. Die Frage ist wann.
Der CLOUD Act: Deine Daten gehören nicht nur dir
Der CLOUD Act (2018) erlaubt US-Behörden Zugriff auf Daten, die von US-Unternehmen gespeichert werden – egal wo die Server stehen. ActiveCampaign ist ein US-Unternehmen. Es unterliegt diesem Gesetz.
Für manche Branchen (Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Finanzdienstleister) ist das ein absolutes No-Go. Aber selbst als Coach oder Online-Unternehmer willst du nicht, dass US-Behörden theoretisch auf die Kaufhistorie deiner Kunden zugreifen können.
Was ActiveCampaign selbst dazu sagt
ActiveCampaign bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) an und verweist auf das EU-US Data Privacy Framework. Das ist der Mindeststandard – mehr nicht.
Der AVV ändert nichts am Serverstandort. Die Daten liegen trotzdem in den USA. Das Framework kann jederzeit gekippt werden. Und für zusätzliche Schutzmaßnahmen (Verschlüsselung, Pseudonymisierung) bist du selbst verantwortlich.
Kurz gesagt: ActiveCampaign macht das absolute Minimum, um in Europa legal nutzbar zu sein. "Gerade noch legal" ist aber nicht "empfehlenswert für deutsche Unternehmen".
Die eigentliche Frage: Was ist dir deine Zeit wert?
Stell dir vor: Du baust über Jahre eine E-Mail-Liste auf. 5.000 Kontakte. 10.000 Kontakte. Jeder einzelne hat Vertrauen in dich. Und dann – ein Gerichtsurteil in Luxemburg. Das Privacy Framework kippt.
Was machst du?
Du könntest sofort wechseln. Aber du hast Automationen gebaut, Tags strukturiert, Formulare integriert. Ein Wechsel unter Zeitdruck ist Chaos.
Oder du könntest "Standard Contractual Clauses" implementieren. Verträge, Datenschutz-Folgeabschätzungen, technische Gutachten. Kosten: Tausende Euro, wenn du es richtig machst.
Oder – und das ist der smarteste Weg – du startest gleich mit einem Tool, das dieses Risiko nicht hat. Einem Tool, bei dem deine Daten in Deutschland bleiben. Wo kein US-Gesetz Zugriff ermöglicht. Wo keine politische Entscheidung dein Business gefährdet.
Die Alternative: E-Mail-Tools mit deutschen Servern
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, brauchst du ein Tool mit Serverstandort Deutschland. Hier sind deine Optionen:
KlickTipp – Die deutsche ActiveCampaign-Alternative
KlickTipp wurde in Deutschland gegründet, wird in Deutschland entwickelt, und speichert alle Daten ausschließlich auf deutschen Servern in Frankfurt. Kein Umweg über die USA. Kein Privacy-Shield-Risiko. Kein CLOUD Act.
| Kriterium | KlickTipp | ActiveCampaign |
|---|---|---|
| Serverstandort | Deutschland (Frankfurt) | USA (Chicago) |
| DSGVO | Vollständig konform, AVV 1 Klick | Framework-abhängig |
| CLOUD Act | Nicht anwendbar | Zugriff möglich |
| Support | Deutsch, Telefon | Englisch, Ticket |
| Preis | Ab 30€/Monat | Ab ~15$/Monat |
Was die Tabelle nicht zeigt: Der Funktionsumfang ist vergleichbar. Tag-basiertes System, Marketing Automation, visuelle Workflows, Segmentierung, A/B-Tests. KlickTipp hat sogar SmartTags für dynamische Inhalte, die in ActiveCampaign extra kosten.
Der Preisunterschied (30€ vs. ~15$) relativiert sich, wenn du bedenkst: Ein deutsches Tool spart dir Datenschutz-Kopfschmerzen, die deutsche Anwälte mit 200€/Stunde berechnen.
CleverReach – Die Budget-Alternative
Serverstandort Deutschland. Kostenlos bis 250 Kontakte, danach ab 15€/Monat. Solide für einfache Newsletter, aber weniger Automation als KlickTipp. Kein Tag-basiertes System.
Brevo (ehemals Sendinblue) – EU, aber nicht Deutschland
Serverstandort Frankreich. DSGVO-konform, aber nicht auf deutschen Servern. Für manche Branchen (Gesundheit, Recht) ein Unterschied. Gratis-Tarif verfügbar.
Diese Tools haben die gleichen Probleme wie ActiveCampaign
Alle speichern Daten in den USA:
- Mailchimp – Intuit (USA)
- ConvertKit – USA-basiert
- AWeber – USA-basiert
- GetResponse – Hauptsitz Polen, aber US-Infrastruktur
Migration von ActiveCampaign: Der 5-Schritte-Plan
Du bist bereits ActiveCampaign-Nutzer und überlegst zu wechseln? Hier ist der Fahrplan:
1. Schritt: Daten sauber exportieren
ActiveCampaign erlaubt CSV-Export aller Kontakte inklusive Tags und Custom Fields. Gehe auf "Contacts → Export" und wähle alle Felder aus, die du brauchst. Pro-Tipp: Exportiere auch Automations-Historien, falls du analysieren willst, wer welche Sequenzen durchlaufen hat.
2. Schritt: Neues Tool aufsetzen
Bei KlickTipp: Account erstellen, Tags anlegen (orientiere dich an deiner bisherigen Struktur), Formulare für deine Website bauen. Der visuelle Editor ist selbsterklärend. Bei komplexen Setups helfen die täglichen Live-Trainings – kostenlos und auf Deutsch.
3. Schritt: Import mit sauberem Mapping
CSV-Import mit Feld-Zuordnung. Das wichtigste: Tags richtig mappen. KlickTipp erkennt die meisten Felder automatisch. Duplikate werden intelligent zusammengeführt, nicht doppelt berechnet.
4. Schritt: Automationen neu bauen
Der aufwändigste Teil. Aber auch eine Chance: Viele Automationen, die du vor Jahren gebaut hast, sind wahrscheinlich nicht mehr optimal. Du wirst beim Neubauen Ballast loswerden. KlickTipp bietet Vorlagen für Standardsequenzen (Willkommens-Serie, Reaktivierung, Verkauf), die du anpassen kannst.
5. Schritt: DNS und Absender-Domain
DKIM, SPF und DMARC im neuen Tool einrichten. Bei KlickTipp bekommst du eine Anleitung für jeden DNS-Provider. Das dauert 15 Minuten – einmal richtig machen, nie wieder dran denken.
Zeitaufwand insgesamt: 4-10 Stunden, je nach Komplexität deines Setups. Bei KlickTipp Deluxe (70€/Monat) ist ein kostenloser Umzugsservice inklusive – das Team übernimmt den Import für dich.
Fazit: Die Entscheidung, die du nicht bereuen wirst
ActiveCampaign ist ein leistungsfähiges Tool. Für den US-Markt. Für deutsche Unternehmen ist der fehlende EU-Serverstandort ein Risiko, das sich nicht lohnt. (Vergleich: ActiveCampaign Alternative)
Rechtlich: Du bist abhängig von politischen Entscheidungen in Washington und Brüssel. Das Privacy Framework kann kippen – und dann stehst du unter Zeitdruck.
Praktisch: Immer mehr Kunden fragen nach DSGVO. "Wo liegen meine Daten?" wird zur Standard-Frage. Mit einem deutschen Tool hast du eine einfache Antwort.
Beruflich: Für manche Branchen (Gesundheit, Recht, Finanzen, Coaching) sind deutsche Server nicht "nice to have", sondern Pflicht. Die Sorgfaltspflichten werden strenger, nicht lockerer.
Meine Empfehlung: Wenn du ein E-Mail-Tool für den deutschen Markt suchst, nimm eines mit deutschen Servern. KlickTipp bietet den Funktionsumfang von ActiveCampaign, deutschen Support, und echte DSGVO-Sicherheit. Die Migration ist machbar – und der Seelenfrieden, den du danach hast, ist unbezahlbar.
Die Frage ist nicht, ob du wechseln solltest. Die Frage ist, wann. Und je früher du wechselst, desto weniger Daten musst du migrieren und desto weniger Risiko trägst du. Dein zukünftiges Ich wird dir danken.
Häufige Fragen zu ActiveCampaign & DSGVO
Häufige Fragen
Hat ActiveCampaign Server in Deutschland?
Nein. ActiveCampaign speichert alle Daten auf Servern in den USA. Es gibt keine Option für EU- oder Deutschland-Server.
Ist ActiveCampaign trotzdem DSGVO-konform nutzbar?
Aktuell ja, basierend auf dem EU-US Data Privacy Framework. Aber das Framework kann jederzeit gekippt werden (wie der Vorgänger Privacy Shield 2020). Das Risiko trägst du.
Welches E-Mail-Tool hat Server in Deutschland?
KlickTipp speichert alle Daten ausschließlich auf deutschen Servern (Frankfurt). CleverReach ebenfalls. Brevo nutzt EU-Server in Frankreich.
Muss ich von ActiveCampaign wechseln?
Müssen nicht, aber empfohlen. Wenn du auf langfristige DSGVO-Sicherheit Wert legst, ist ein Tool mit deutschen Servern die bessere Wahl. Die Migration ist machbar.
Was passiert, wenn das Privacy Framework gekippt wird?
Dann hast du keine Rechtsgrundlage mehr für die Datenübertragung in die USA. Du müsstest entweder sofort wechseln oder zusätzliche Schutzmaßnahmen implementieren. Beides unter Zeitdruck.
Ist KlickTipp eine echte Alternative zu ActiveCampaign?
Ja. KlickTipp bietet [Tag-basiertes E-Mail-Marketing](/email-marketing/tag-basiert/), [Marketing Automation](/email-marketing/marketing-automation/), [Segmentierung](/email-marketing/segmentierung/) und A/B-Tests. Der Funktionsumfang ist vergleichbar. Plus: Deutscher Support, deutsche Server, klare DSGVO-Konformität.
Simon Haenel
Informatiker & KI-Enthusiast
Informatiker aus Leidenschaft. Auf dieser Seite nutze ich KI, um komplexe Themen verständlich aufzubereiten – recherchiert, strukturiert und auf den Punkt gebracht.