CSA-Zertifizierung: Der Schlüssel zum Posteingang im DACH-Raum
Web.de, GMX, T-Online – über 50% der deutschen E-Mail-Nutzer. Diese Provider nutzen CSA-Whitelisting. Ohne Zertifizierung deines Anbieters landen deine E-Mails im Spam. Was CSA ist und wer zertifiziert ist.
Transparenz
Technische Details basieren auf offizieller CSA-Dokumentation und Anbieterseiten. Aktualisiert Februar 2026. Affiliate-Link zu KlickTipp enthalten.
Deine E-Mails landen im Spam. Du hast alles richtig gemacht: Double Opt-In, guter Content, saubere Liste. Trotzdem: 30% deiner Newsletter erreichen nicht den Posteingang. Das Problem liegt nicht bei dir – es liegt an der fehlenden CSA-Zertifizierung deines Anbieters.
| E-Mail-Anbieter | CSA-zertifiziert | DACH-Zustellrate |
|---|---|---|
| KlickTipp | ✅ Ja | Sehr hoch |
| CleverReach | ✅ Ja | Hoch |
| rapidmail | ✅ Ja | Hoch |
| Mailchimp | ❌ Nein | Mittel |
| Brevo | ❌ Nein | Mittel |
| ActiveCampaign | ❌ Nein | Mittel |
Was ist die CSA-Zertifizierung?
Die Certified Senders Alliance (CSA) ist ein Whitelisting-Projekt für E-Mail-Versender im DACH-Raum. Sie wurde von eco (Verband der Internetwirtschaft) und dem DDV (Deutscher Dialogmarketing Verband) gegründet.
Die Idee: E-Mail-Provider (Web.de, GMX, T-Online, 1&1) vertrauen zertifizierten Absendern. Deren E-Mails werden bevorzugt behandelt – sie landen direkt im Posteingang, nicht im Spam.
Die Anforderungen für CSA-Mitgliedschaft:
- Technische Standards (SPF, DKIM, DMARC korrekt konfiguriert)
- Beschwerderaten unter strengen Schwellenwerten
- Aktives Bounce-Management
- Double Opt-In als Standard
- Regelmäßige Compliance-Audits
Was das für dich bedeutet: Wenn dein E-Mail-Tool CSA-zertifiziert ist, profitierst du automatisch vom Whitelisting. Du musst nichts extra konfigurieren.
Warum CSA im DACH-Raum entscheidend ist
Der DACH-Markt hat eine Besonderheit: Web.de und GMX gehören zu United Internet, dem größten E-Mail-Provider in Deutschland.
Marktanteile E-Mail-Adressen Deutschland (2025):
- Web.de + GMX (United Internet): ~40%
- T-Online: ~15%
- Google Mail: ~15%
- Microsoft (Outlook, Hotmail): ~10%
- Sonstige: ~20%
Das bedeutet: Mehr als die Hälfte deiner deutschen Empfänger nutzen Provider, die CSA-Whitelisting praktizieren.
Ohne CSA-Zertifizierung kämpfst du gegen Spam-Filter, die dich nicht kennen. Mit CSA-Zertifizierung öffnest du die Tür direkt zum Posteingang. Mehr zum Thema Zustellbarkeit im E-Mail-Marketing.
US-Anbieter und CSA
[Mailchimp](/email-marketing/mailchimp-alternative/), ActiveCampaign, HubSpot und andere US-Anbieter sind NICHT CSA-zertifiziert. Sie fokussieren auf den US-Markt, wo CSA irrelevant ist. Für den DACH-Markt bedeutet das: Niedrigere Zustellraten bei deutschen Providern. Das kann 10-30% deiner Öffnungsrate kosten.
Technische Grundlagen: SPF, DKIM, DMARC
CSA-Zertifizierung setzt voraus, dass dein E-Mail-Tool die technischen Standards korrekt implementiert:
SPF (Sender Policy Framework)
- Definiert, welche Server E-Mails für deine Domain versenden dürfen
- Verhindert Spoofing (jemand gibt sich als du aus)
- DNS-Eintrag bei deinem Hoster erforderlich
DKIM (DomainKeys Identified Mail)
- Digitale Signatur für jede E-Mail
- Empfänger kann prüfen: Wurde die E-Mail manipuliert?
- Automatisch bei professionellen Anbietern
DMARC (Domain-based Message Authentication)
- Kombiniert SPF und DKIM
- Definiert, was passieren soll, wenn Prüfung fehlschlägt
- "Reject" = Nicht zustellten, "Quarantine" = Spam-Ordner
Gute Anbieter (KlickTipp, CleverReach) konfigurieren das automatisch. Bei Billig-Anbietern oder Selbstgehosteten musst du das manuell einrichten – und regelmäßig prüfen.
CSA-zertifizierte Anbieter im Vergleich
Nicht alle CSA-Mitglieder sind gleich. Die Zertifizierung ist das Minimum. Entscheidend ist, wie tief das Tool geht:
| Anbieter | CSA-Mitglied | IP-Modell | Bounce-Handling | Automation |
|---|---|---|---|---|
| KlickTipp | ✅ | Dedizierte Pools | Automatisch | Sehr tief ([SmartTags](/email-marketing/smarttags/)) |
| CleverReach | ✅ | Shared (Dedicated optional) | Automatisch | Mittel (THEA) |
| rapidmail | ✅ | Shared | Automatisch | Basic |
| Brevo | ❌ | Shared | Manuell | Mittel |
| Mailchimp | ❌ | Shared | Automatisch | Mittel |
Gemeinsame IPs vs. Dedizierte IP-Pools
Shared IP (Standard bei den meisten Anbietern):
- 100+ Kunden teilen sich eine IP-Adresse
- Die Reputation ist ein Durchschnitt
- Ein schlechter Absender ruiniert die Zustellrate für alle
Dedizierte IP:
- Nur DU sendest von dieser IP
- Deine Reputation = deine Verantwortung
- Erst ab hohem Volumen sinnvoll (10.000+ E-Mails/Monat)
Dedizierte IP-Pools (KlickTipp-Modell):
- Kunden mit ähnlich guter Reputation werden gruppiert
- Bessere Zustellrate als Shared
- Günstiger als echte dedizierte IP
Der Zustellbarkeits-Unterschied
Ein Kunde berichtet: Nach Wechsel von Mailchimp zu KlickTipp stieg die Öffnungsrate von 22% auf 31%. Die E-Mails waren identisch – nur der Anbieter (und damit die IP-Reputation + CSA-Status) war anders.
Was du selbst für Zustellbarkeit tun kannst
Auch mit dem besten Anbieter bist du nicht passiv. Diese Faktoren kontrollierst DU:
1. Listenhygiene
- Inaktive Kontakte regelmäßig entfernen (12+ Monate ohne Öffnung)
- Bounce-Adressen automatisch aussortieren lassen
- Keine gekauften Listen (instant Spam-Falle)
2. Engagement-basiertes Senden
- Kontakte, die oft öffnen, bevorzugt ansprechen
- Inaktive mit Re-Engagement-Kampagne reaktivieren
- Bei Nicht-Reaktion: Aus Liste entfernen
3. Betreffzeilen-Hygiene
- Keine GROSSBUCHSTABEN oder !!! Spam-Signale !!!
- Keine Spam-Trigger ("Gratis", "Jetzt handeln")
- Personalisierung erhöht Open Rate und signalisiert Relevanz
4. Double Opt-In (DOI)
- In Deutschland sowieso Pflicht (§ 7 UWG)
- Aber auch technisch sinnvoll: Nur bestätigte Adressen = hohe Zustellrate
Zustellbarkeit messen: Die wichtigen Metriken
Wie weißt du, ob deine E-Mails ankommen?
| Metrik | Guter Wert | Warnsignal |
|---|---|---|
| Zustellrate | > 98% | < 95% |
| Öffnungsrate | > 20% | < 15% |
| [Bounce-Rate](/email-marketing/bounce-rate-senken/) | < 2% | > 5% |
| Spam-Beschwerderate | < 0,1% | > 0,3% |
| [Abmelderate](/tools/abmelderate-rechner/) | < 0,5% | > 1% |
Warnung: Apple Mail Privacy Protection verzerrt Öffnungsraten seit 2021. Klickraten sind verlässlicher für Engagement-Messung.
Wann Zustellprobleme zum Deal-Breaker werden
Zustellbarkeit ist kein Nice-to-have. Es ist Umsatz.
Rechenbeispiel:
Du hast 5.000 E-Mail-Kontakte. Dein Newsletter generiert durchschnittlich 2% Conversion (Klick auf Affiliate-Link oder Produktkauf).
| Anbieter | Zustellrate | Öffnungsrate | Klicks | Conversions |
|---|---|---|---|---|
| CSA-zertifiziert | 99% | 25% | 200 | 4 |
| Nicht CSA | 90% | 20% | 144 | 2,88 |
Differenz: 1-2 Conversions pro Newsletter. Bei 4 Newsletters/Monat und 50€/Conversion = 200-400€/Monat Differenz.
Dein E-Mail-Tool kostet vielleicht 10-30€/Monat Unterschied. Die Zustellrate macht 200-400€ Unterschied. Die Rechnung ist klar.
Fazit: CSA ist Pflicht für DACH-Marketer
Die Certified Senders Alliance ist kein Marketing-Gimmick. Es ist ein technischer Standard, der über Posteingang oder Spam-Ordner entscheidet.
Wenn du im DACH-Markt E-Mail-Marketing betreibst:
- Nutze einen CSA-zertifizierten Anbieter (KlickTipp, CleverReach, rapidmail)
- Achte auf SPF/DKIM/DMARC (professionelle Anbieter machen das automatisch)
- Pflege deine Liste (Bounces, Inaktive, Beschwerden)
- Miss deine Zustellrate (nicht nur Öffnungsrate)
Alles andere ist Umsatz, den du liegen lässt.
Simon Haenel
Informatiker & KI-Enthusiast
Informatiker aus Leidenschaft. Auf dieser Seite nutze ich KI, um komplexe Themen verständlich aufzubereiten – recherchiert, strukturiert und auf den Punkt gebracht.
Häufige Fragen: CSA-Zertifizierung
Häufige Fragen
Ist Mailchimp wegen fehlender CSA-Zertifizierung schlecht?
Mailchimp funktioniert – aber im DACH-Raum mit Einschränkungen. Ohne CSA-Whitelisting landen mehr E-Mails im Spam bei Web.de, GMX, T-Online. Für internationale Listen ist Mailchimp okay, für DACH-fokussierte Listen ist ein CSA-Anbieter besser.
Kann ich CSA-Zertifizierung selbst beantragen?
Theoretisch ja, praktisch nein. CSA-Mitgliedschaft erfordert eigene Infrastruktur, technische Audits und laufende Compliance. Das macht nur für E-Mail-Service-Provider Sinn, nicht für einzelne Unternehmen.
Wie prüfe ich, ob mein Anbieter CSA-zertifiziert ist?
Die offizielle Liste findest du auf certified-senders.org. Alternativ: Frag den Support deines Anbieters direkt. CSA-Mitgliedschaft wird von seriösen DACH-Anbietern offen kommuniziert.
Brauche ich CSA auch für B2B-E-Mails?
Ja. Viele B2B-Entscheider nutzen private E-Mail-Adressen oder ihre geschäftlichen E-Mails werden über Exchange/Outlook gehostet. CSA hilft bei deutschen Providern – und das sind viele, auch im B2B.
Verbessert ein dediziertes Absender-SPF/DKIM meine Zustellrate?
Ja, aber nur in Kombination mit einem guten Anbieter. Eigene Sender-Authentifizierung zeigt Professionalität. Aber ohne CSA-Whitelisting des Anbieters bleibt das Kernproblem bestehen.