Shared vs. Dedicated IP: Das Bad-Neighbor-Risiko
Deine E-Mails werden von einer IP-Adresse gesendet. Bei Shared IPs teilst du diese Adresse mit Hunderten Fremden. Wenn einer davon Spam versendet, leidet deine Zustellung. Dedicated IPs isolieren deine Reputation – zu einem Preis.
Transparenz
Dieser Artikel basiert auf dokumentierten Fakten aus der KlickTipp Hersteller-Dokumentation und unabhängigen Quellen (Stand Februar 2026).
Deine E-Mail ist perfekt geschrieben. Dein Angebot überzeugt. Aber sie landet im Spam. Der Grund könnte nichts mit DIR zu tun haben – sondern mit deinen Nachbarn auf derselben IP-Adresse.
Was sind IP-Adressen beim E-Mail-Versand?
Jede E-Mail wird von einem Server gesendet. Dieser Server hat eine IP-Adresse – eine eindeutige Kennung im Internet. Wenn Gmail, GMX oder Web.de deine E-Mail empfangen, prüfen sie: "Welchen Ruf hat diese IP?"
Shared IP: Hunderte oder Tausende Nutzer teilen sich dieselbe IP-Adresse. Deine E-Mails werden von derselben "Absenderadresse" verschickt wie die von Fremden.
Dedicated IP: Du hast eine eigene IP-Adresse. Nur deine E-Mails werden von dieser Adresse gesendet.
Der Unterschied ist wie zwischen Wohngemeinschaft und Eigenheim.
Das Bad-Neighbor-Problem
Stell dir vor: Du wohnst in einem Mehrfamilienhaus. Ein Nachbar verkauft Drogen aus seiner Wohnung. Die Polizei überwacht jetzt das ganze Haus. Jeder Besucher wird verdächtigt – auch deine.
Genau so funktioniert das Bad-Neighbor-Problem bei Shared IPs.
Szenario:
- 500 Nutzer teilen sich eine IP bei deinem E-Mail-Tool
- Nutzer #247 versendet Spam (aggressives Affiliate, unsaubere Listen)
- Die IP landet auf einer Blocklist (Spamhaus, Barracuda, etc.)
- DEINE E-Mails werden jetzt auch blockiert
- Du hast nichts falsch gemacht – aber du haftest mit
Das Risiko bei günstigen Tarifen
Die meisten E-Mail-Tools (Mailchimp Free, Rapidmail Basis, GetResponse Starter) nutzen Shared IPs. Du sparst Geld – aber du teilst das Risiko mit Menschen, die du nicht kontrollieren kannst.
Wann du Dedicated IPs brauchst
Ab einem bestimmten Punkt wird die Kontrolle über deine eigene Reputation kritisch:
Du brauchst Dedicated IP, wenn:
- Hohes Volumen: Du sendest täglich oder an Listen über 50.000
- Umsatz-kritisch: Ein Spam-Problem kostet dich sofort Geld
- Zeitkritische Kampagnen: Launch-Mails MÜSSEN ankommen
- Regulierte Branchen: Finanzdienstleister, Medizin (Compliance-Anforderungen)
- Eigene Domain-Reputation: Du willst volle Kontrolle über SPF/DKIM
Die Kosten eines Spam-Problems
Rechenbeispiel:
- Deine Liste: 10.000 Kontakte
- Durchschnittlicher Kunden wert: 200€
- Konversionsrate: 2%
- E-Mail-Kampagne Umsatz: 10.000 × 0,02 × 200€ = 40.000€
Wenn Shared-IP-Probleme 30% deiner Mails in den Spam schicken:
- Nur 70% kommen an
- Umsatz: 7.000 × 0,02 × 200€ = 28.000€
- Verlust: 12.000€ PRO KAMPAGNE
Ein Dedicated-Server für 170€/Monat amortisiert sich bei einer einzigen Kampagne.
Warum Enterprise-Nutzer anders denken
Ralf Schmitz generiert 82% seiner Einnahmen durch E-Mail-Marketing mit KlickTipp. Bei dieser Abhängigkeit ist Zustellbarkeit keine Option – sie ist existenzkritisch. Enterprise-Features zahlen sich aus.
So prüfst du deine aktuelle IP-Reputation
Bevor du wechselst, prüfe den Status quo:
Kostenlose Tools:
- MXToolbox (mxtoolbox.com/blacklists.aspx) – Blocklisten-Check
- Sender Score (senderscore.org) – Reputation 0-100
- Google Postmaster Tools – Für Gmail-spezifische Daten
Was gute Werte sind:
- Sender Score über 80 = gut
- Keine Blocklisting = Pflicht
- Spam-Beschwerde-Rate unter 0,1% = exzellent
Fazit: Kontrolle vs. Vertrauen
Shared IPs funktionieren – wenn du dem Anbieter vertraust, seine IP-Hygiene im Griff zu haben.
Dedicated IPs geben dir Kontrolle – du allein bestimmst deine Reputation.
Für die meisten kleinen Unternehmen reichen Shared IPs bei guten Anbietern. Für Performance-Marketer, die von E-Mail leben, ist Dedicated IP die Versicherung gegen das Bad-Neighbor-Risiko.
Die Frage ist nicht "Was kostet Dedicated?" Die Frage ist: "Was kostet mich ein Spam-Problem?"
Häufige Fragen: Shared vs. Dedicated IP
Häufige Fragen
Was ist besser: Shared oder Dedicated IP?
Kommt auf dein Volumen an. Unter 10.000 Kontakten reichen Shared IPs bei guten Anbietern (CSA-zertifiziert). Über 50.000 Kontakte oder bei umsatzkritischen Kampagnen lohnt sich Dedicated IP.
Wie erkenne ich, ob ich ein Shared-IP-Problem habe?
Nutze MXToolbox für einen Blocklisten-Check und Sender Score für die Reputation. Wenn deine Werte plötzlich fallen, obwohl du nichts geändert hast, könnte ein Nachbar das Problem sein.
Bietet KlickTipp Dedicated IPs?
Ja, im Enterprise-Tarif (ca. 150-170€/Monat). Du bekommst einen eigenen Mailserver (Dedicated MTA) und teilst deine Reputation mit niemandem.
Simon Haenel
Informatiker & KI-Enthusiast
Informatiker aus Leidenschaft. Auf dieser Seite nutze ich KI, um komplexe Themen verständlich aufzubereiten – recherchiert, strukturiert und auf den Punkt gebracht.