E-Mail Segmentierung: Newsletter relevanter mit Tags

Die größte Ursache für Abmeldungen ist selten ‘zu viele E-Mails’ – sondern ‘falsche E-Mails’. Segmentierung löst genau dieses Problem: Du sendest weniger Gießkanne und mehr Relevanz. Und Relevanz ist der schnellste Weg zu Vertrauen, Klicks und Verkäufen (ohne platte Versprechen).

· 14 Min. Lesezeit

Was ist Segmentierung im E-Mail Marketing?

Segmentierung heißt: Du gruppierst Kontakte so, dass jede Gruppe eine bessere, passendere E-Mail bekommt.

Statt „Newsletter an alle“ denkst du in Segmenten wie:

  • „Alle mit Interesse an Automation“
  • „Alle, die schon Kunde sind (und daher kein Einsteiger-Angebot brauchen)“
  • „Alle, die seit 60 Tagen nicht geklickt haben (Reaktivierung)“

Merksatz

Segmentierung entscheidet WER eine E-Mail bekommt. Personalisierung entscheidet, WAS diese Person in der E-Mail sieht.

Warum Segmentierung so wichtig ist (ohne Buzzwords)

Segmentierung ist kein „Marketing-Trick“. Es ist schlicht der Unterschied zwischen:

  • Überforderung: Du musst jedes Mal überlegen, was du an wen schickst.
  • System: Du hast klare Gruppen, klare Botschaften und klare nächste Schritte.

Die 4 Kauftrigger (und wie Segmentierung sie anspricht)

  • Kontrollverlust: Ohne Segmentierung bist du abhängig von „Allgemein-Mails“. Mit Segmenten steuerst du präzise.
  • Überforderung: Segmente + Automationen reduzieren manuellen Aufwand.
  • DSGVO-Angst: Relevanz hilft, weniger unnötige Daten und weniger unnötige E-Mails zu verschicken.
  • Status: Professionelle Kommunikation fühlt sich „wie maßgeschneidert“ an – ohne so zu tun, als würdest du Gedanken lesen.

Tags, Listen & Segmente: Was ist was?

Viele verwechseln diese drei Dinge – dabei sind sie logisch getrennt:

🏷️ Tags (Datenpunkte)

Tags sind Labels am Kontaktprofil (z.B. „Interesse:Automation“, „Status:Kunde“, „Quelle:Webinar“). Du kombinierst sie später zu Segmenten.

📁 Listen (Container)

Listen sind Container: Ein Kontakt ist „in Liste A“. Für einfache Newsletter ok – aber bei mehreren Themen, Angeboten und Statuswechseln werden Listen schnell unflexibel.

🎯 Segmente (Regeln)

Ein Segment ist eine Regel wie: „Hat Tag A und hat nicht Tag B“. Segmente können dynamisch sein – sie aktualisieren sich automatisch, wenn sich Tags ändern.

Wenn du Segmentierung ernst meinst, ist die wichtigste Frage nicht „Wie viele Listen habe ich?“, sondern: Welche Tags beschreiben wirklich das Verhalten und den Status eines Kontakts?

Die 6 Segmentierungs-Kriterien, die wirklich Sinn machen

Segmentierung muss Entscheidungen auslösen. Diese 6 Kriterien sind in der Praxis fast immer nutzbar:

1

Interesse

Wofür interessiert sich die Person? (abgeleitet aus Link-Klicks, Downloads, Auswahl im Formular)

2

Quelle

Woher kam die Person? (Blogartikel, Webinar, Lead Magnet, Empfehlung)

3

Status

In welcher Beziehung steht die Person zu dir? (Lead, Kunde, VIP, abgemeldet)

4

Phase

Wo steht die Person in deiner Journey? (neu, aktiv, kaufbereit, nach Kauf, reaktivieren)

5

Engagement

Wie aktiv ist die Person? (klickt regelmäßig, reagiert selten, länger inaktiv)

6

Produkt/Angebot

Welche Produkte wurden gekauft oder angesehen? (für Upsells, Onboarding, Support)

Pro-Tipp: Tag-Namen, die du in 6 Monaten noch verstehst

Nutze ein klares Schema wie Kategorie:Wert (z.B. „Interesse:Automation“ oder „Status:Kunde“). Das klingt banal – verhindert aber später das typische „Tag-Wildwuchs“-Problem.

Segmentierung ohne Listen-Chaos?

KlickTipp setzt auf ein tag-basiertes System (statt Listen) – mit beliebig vielen Tags pro Kontakt. Wenn du Segmentierung sauber als System aufbauen willst, ist das eine solide Grundlage. ProvenExpert: 4,9 / 5 Sterne bei 1.541 Bewertungen, 99% Empfehlungsrate.

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7 Segmentierungs-Beispiele (copy & paste Logik)

Hier sind Beispiele, die du sofort als Segmente oder Filter im Tool abbilden kannst:

1) Einsteiger vs. Fortgeschritten

  • Einsteiger: Hat Tag „Status:Lead" und hat nicht „Interesse:Automation"
  • Fortgeschritten: Hat Tag „Interesse:Automation"

2) Warm vs. kalt (über Engagement)

  • Warm: Hat Tag „Engagement:Aktiv"
  • Kalt: Hat Tag „Engagement:Inaktiv-60"

3) Webinar-Nachfass

  • Teilnehmer: Tag „Quelle:Webinar-2026-01"
  • Kein Kauf: UND hat nicht „Status:Kunde"

4) Upsell nur an passende Kunden

  • Hat „Käufer:Produkt-A"
  • UND hat nicht „Käufer:Produkt-B"

5) Content-Interessen

  • Hat „Interesse:DSGVO" → DSGVO-Content
  • Hat „Interesse:Sales-Funnel" → Funnel-Content

6) Reaktivierung

  • Hat „Engagement:Inaktiv-60"
  • UND hat nicht „Status:Unsubscribed"

7) Nur relevante Promotions

  • Hat „Interesse:Produkt-A"
  • UND hat nicht „Käufer:Produkt-A"

Warum die ‘hat nicht’-Bedingung so wichtig ist

Viele Beschwerden entstehen, weil Kunden weiter „Einsteiger-Angebote“ bekommen. Die Negation (hat nicht) verhindert unnötige E-Mails – und fühlt sich für Empfänger sofort professioneller an.

Segmente + Automationen: So wird aus Segmentierung ein System

Segmentierung ist der Filter. Automation ist der Motor. Kombiniert heißt das:

  • Ein Tag wird vergeben → eine passende Sequenz startet automatisch.
  • Ein Tag wird entfernt → eine Sequenz stoppt oder wechselt.

Beispiel: Interesse erkannt → passende Serie

  1. Kontakt klickt in einer E-Mail auf „Automation“
  2. Tool vergibt Tag „Interesse:Automation“
  3. Automation startet 3–5 E-Mails mit passenden Beispielen

Der Vorteil: Du musst nicht manuell überlegen, „an wen schicke ich was?“ – das System sortiert und liefert.

DSGVO & Segmentierung: So bleibt es sauber

Segmentierung bedeutet nicht automatisch „mehr Daten“. Gute Segmentierung ist oft sogar Daten-Minimierung: Du nutzt wenige, klare Kategorien, die echte Entscheidungen auslösen.

3 Praxisregeln

  • Nur speichern, was du wirklich nutzt: Wenn ein Tag nie eine andere E-Mail auslöst, ist er Ballast.
  • Transparenz: In Formularen klar sagen, welche Inhalte erwartet werden (Themen/Frequenz).
  • Saubere Abmeldung: Abmelden muss zentral wirken – unabhängig vom Segment.

Für den rechtlichen Unterbau (Einwilligung, DOI, AVV) siehe: DSGVO-Guide.

9 typische Segmentierungs-Fehler (und wie du sie vermeidest)

1) Du segmentierst „aus Prinzip“

Segmentierung ist kein Selbstzweck. Erstelle nur Segmente, die eine andere E-Mail/Automation bekommen.

2) Keine Namenskonvention

Ohne Kategorie:Wert wird Tagging schnell unübersichtlich.

3) Tags werden vergeben, aber nie entfernt

Status-Tags sollten sich gegenseitig ausschließen (Lead ↔ Kunde), sonst ist deine Logik irgendwann kaputt.

4) Segmente basieren auf „Vermutungen“

Besser: Verhalten (Klick, Download, Kauf) statt Bauchgefühl.

5) Du versendest weiterhin alles an alle

Wenn du Segmentierung einführst, nutze sie auch: Weniger, aber passender.

6) Keine Reaktivierung

Inaktive Kontakte sind normal. Ein Reaktivierungs-Segment hilft, sauber aufzuräumen.

7) Du verwechselst Segment und Liste

Listen sind Container. Segmente sind Regeln. Wenn du Regeln brauchst, baue Regeln.

8) Segmentierung ohne klare CTA-Logik

Jeder Segment-Flow braucht ein Ziel: klicken, antworten, kaufen, buchen.

9) Keine Dokumentation

Halte kurz fest: „Was bedeutet der Tag? Wann wird er vergeben/entfernt?“. Das spart dir später Stunden.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist Segmentierung im E-Mail Marketing?

Segmentierung bedeutet: Du teilst deine Kontakte in Gruppen (Segmente) ein – zum Beispiel nach Interesse, Status oder Verhalten – und verschickst nicht jede E-Mail an alle. So bekommen Empfänger eher die Inhalte, die zu ihnen passen.

Was ist der Unterschied zwischen Segmentierung und Personalisierung?

Segmentierung entscheidet, WER eine E-Mail bekommt (Gruppe/Segment). Personalisierung entscheidet, WAS in der E-Mail für diese Person anders ist (z.B. Anrede, Inhalte oder Angebote). In der Praxis nutzt du oft beides zusammen.

Tags oder Listen – was ist besser für Segmentierung?

Für flexible Segmentierung sind Tags meist praktischer: Du kannst beliebig viele Tags kombinieren und daraus dynamische Segmente bilden. Listen sind oft starrer und können zu Daten- und Pflege-Chaos führen, wenn Kontakte in mehreren Listen landen.

Wie viele Segmente sind sinnvoll?

So viele wie nötig – so wenige wie möglich. Starte mit 3–5 Segmenten, die wirklich Entscheidungen auslösen (z.B. Interesse, Status, Engagement). Wenn ein Segment keine andere E-Mail/Automation bekommt, ist es meist nur Ballast.

Kann ich Segmentierung ohne Tracking (Website) machen?

Ja. Du kannst Segmente auch über Formularfelder, Umfragen in E-Mails (Link-Klicks), gekaufte Produkte oder das Antwortverhalten bilden. Website-Tracking kann ergänzen – ist aber nicht zwingend notwendig.

Simon Haenel

Simon Haenel

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